Ein Junge namens Monika (James Krüss)

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Nonsensegedichte, die einen Widerspruch an den nächsten reihen und dabei herrlich gute Laune machen, beherrschte auch der Kinderbuchautor James Krüss.

Es gibt Gedichte, die dir beim Lesen ein Lächeln, ja sogar ein breites Grinsen hervorzaubern, unvermutet und unaufhaltsam. Man darf nur nicht zu viele von diesen Gedichten auf einmal lesen, sonst wird man wirr im Kopf. Es handelt sich um „Nonsense-Gedichte“, sie sind Teil der Unsinns-Poesie und ein bekannter Vertreter dieser Gattung beginnt mit der Zeile

Dunkel war’s, der Mond schien helle

unbekannt

Auf ein Gedicht dieser Gattung stieß ich, als ich auf der Seite des Reclam-Verlags war. Dort findet sich in der Leseprobe von „James Krüss für alle Lebenslagen“ das Gedicht „Ein Junge namens Monika“. Und so wie bereits der Titel mit einem Widerspruch beginnt, durchzieht das gesamte Gedicht ein Oxymoron1 nach dem anderen. Wir schauen mal rein in das Gedicht:

Im Unterricht war dieses Kind
So dämlich wie sonst keins;
Drum gab ihm Lehrer Lausegrind
Tagtäglich eine Eins.

Zitat aus: James Krüss, Der wohltemperierte Leierkasten
© 1989 cbj Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Ist das nicht wunderbar? Monika, der ein Junge ist, wird mit lauter Paradoxien zu einem Wesen, so bunt, so bildhaft, dass nicht nur Kinder vor Freude quietschen. James Krüss wurde mit dem Jugendbuch „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ berühmt; ein Jahr zuvor, 1961, kam seine Gedichtesammlung „Der wohltemperierte Leierkasten. 12 mal 12 Gedichte für Kinder, Eltern und andere Leute“ heraus.

  1. Oxymoron ist eine rhetorische Figur, bei der eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen gebildet wird, z. B. „alter Knabe“, erklärt Wikipedia. ↩︎