Ein Buch aus der Stadtbibliothek und was für eines. Es gibt Bücher, die den Leser innerlich leuchten lassen, weil es ihnen gelungen ist, Wissen ebenso wie Begeisterung für das Thema zu vermitteln und dies auch noch unterhaltsam. Spannend und lehrreich, wie sehr liebe ich diese Kombination.
„Das Geheimnis großer Literatur“ will Michael Maar lüften: Was macht gute Literatur aus, was zeichnet einen guten Stil aus? Anhand vieler Prosa-Beispiele schreibt der Autor über die Wortarten, die Wortfindung, über den Satzbau, den Rhythmus und die Metapher, um dann anhand dieses Instrumentariums viele Werke der deutschsprachigen Weltliteratur zu untersuchen.
Dabei zeigt sich, dass die bewußte, meist geringe Überschreitung der Regeln für die besondere Wirkung sorgt. Ein neues Wort, eine besondere Stellung des Verbes im Satz, ein verblüffendes Bild, mit Maß angewendet, können zu einem guten Stil führen.
Ich habe mir das Inhaltsverzeichnis fotografiert, weil ich mich freue, Paul Raabe, Leo Perutz, Regina Ullmann, Anna Seghers, Franz Werfel, Robert Walser und Joseph Roth zu lesen und viele andere mehr. Und vielleicht gelingt es mir auch, ab und an zu sagen, dass mir ein Buch sehr gut gefällt und dies mit ein paar Merkmalen des Stils zu begründen.
