Schmetterlinge und Falter

Ein weibliches Exemplar des Kaisermantel ist nicht so orange sondern brauner gefärbt.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Arten im Garten“ mit dem Ziel, möglichst viele Pflanzen und Tiere, die ich im Garten erkennen konnte bzw. glaubte zu erkennen hier vorzustellen.

Schmetterlinge und Falter finden sich recht häufig im Garten, vor allem 2022, allzu viele verschiedene Arten indes nicht.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Die Bestimmung der Arten ist mitunter sehr schwierig. Ist mir ein Fehler unterlaufen, so würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.

Der Weißgraue Kleinspanner

Weißgrauer Kleinspanner

Der Schachbrettfalter im Garten

Schachbrett

Der Kiefernschwärmer an der Garagenwand

Kiefernschwärmer

Die Gammaeule sitzt auf einer Dost-Blüte.

Gamma-Eule

Der Faulbaumbläuling (auch Gartenbläuling genannt), leider ohne die blaue Oberseite der Flügel...

Faulbeerbläuling

Zitronenfalter an Astern

Zitronenfalter

Das Taubenschwänzchen an den Petunien im Garten

Taubenschwänzchen

Der Silbergrüne Bläuling

Silbergrüner Bläuling

Der Große Perlmuttfalter im Garten, mit teils grün schimmernder Unterseite der Flügel (Perlmutt)

Perlmuttfalter

Das Große Ochsenauge im Garten

Großes Ochsenauge

Das Landkärtchen im Garten

Landkärtchen

Der Kleine Fuchs im Garten mag Astern

Kleine Fuchs

Ein weibliches Exemplar des Kaisermantel ist nicht so orange sondern brauner gefärbt.

Kaisermantel

Raupe des C-Falters auf der Stachelbeere im Garten

C-Falter

Der Weißgraue Kleinspanner

Trocken und warm, so mag es der Kleinspanner, so ist es allerdings hier auf der Ostalb nicht immer. Aber der Liebhaber von Oregano (Dost) und Thymian vermag sich anzupassen und so entdeckte ich ihn an einer Holzwand bei warmen Sonnenschein.

Das Schachbrett

Die Raupen mögen Gräser und kommen nachts aus ihren Verstecken. Die Schmetterlinge lieben Flockenblumen, Skabiosen und Kratzdisteln oder, wie auf dem Foto lassen sich auch den Dost als Nahrungspflanze gefallen. Ein schöner Schmetterling, den ich bisher nur einmal im Garten erwischt habe.

Der Kiefernschwärmer

Kiefern und Fichten umschwärmt dieser Nachtfalter, aber nur zur Eiablage. Denn die Raupen ernähren sich von den Nadeln dieser Bäume. Ihre Feinde sind bestimmte parasitäre Fliegen und Wespen. Die Schwärmer suchen sich ihre Nahrung dann bei Heckenkirschen oder Seifenkräutern.

Die Gammaeule

Der Nachtfalter gehört zu den „Autographa“, den Faltern, die ein „Zeichen“ auf ihren Flügeln tragen. Dieser hier trägt das namengebende Gamma auf der Oberseite, also im Bild leider nicht zu sehen. Ihre Raupen mögen Salat ebenso wie Brennnesseln oder Löwenzahn, die Nachtfalter sind nicht wählerisch, was die Nahrungspflanzen betrifft. Sie beherrschen den Schwirrflug, stützen sich aber zum Saugen dann auf der Blüte ab.

Der Faulbaum-Bläuling

Der Tagfalter, wie alle Bläulinge nur auf der Oberseite blau, klappt seine Flügel gern bei der Landung zusammen. Daher gelingen Fotos mit dem schönen Flügelblau nicht immer. Blutweiderich, Kreuzdorne, Lupinen oder Rotklee zählen zu den Wirtspflanzen des schon im April/Mai schlüpfenden Schmetterlings.

Der Zitronenfalter

Seit die Distel auf der Wiese bleibt, ist auch der Zitronenfalter gekommen. Meist aber schwebt er durch den Garten, ebenso flatterhaft wie ein Kohlweißling, mit dem er die Familie gemeinsam hat und verschwindet dann wieder. Auf dem Foto habe ich ihn auf der Distelblüte erwischt. Die Männchen sind zitronengelb, die Weibchen dagegen eher blass bis grün-weißlich. Vom Kohlweißling kann man sie anhand der spitzzulaufenden Flügel unterscheiden. Noch eine Eigenart hat der Schmetterling: seine Flügeloberseiten sind in der Ruhestellung nie zu sehen, er klappt die Flügel sofort zusammen. Der Zitronenfalter, Insekt des Jahres 2002, hat mit 12 Monaten die längste Lebensspanne der mitteleuropäischen Schmetterlinge.

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) sind Wanderfalter, die in 14 Tagen bis zu 3000 km zurücklegen können. Mit ausgebreiteten Flügeln misst er zwischen 3,5 und 5 cm, sein Flug verursacht einen Brummton, der entfernt an einen sirrenden Elektromotor erinnert. Laut Wikipedia schlagen ihre Flügel 70-90 mal in der Sekunde und sie fliegen bis zu 80 km schnell. Taubenschwänzchen, die auch Taubenschwanz oder Karpfenschwanz genannt werden (wegen ihres Haarbüschels am Hinterleib) gehören übrigens zu den wenigen Insekten, die rückwärts fliegen können.

Der Silbergrüne Bläuling

Der Silbergrüne Bläuling (Lysandra coridon) scheint etwas robuster zu sein als sein Familienmitglied, der Himmelblaue Bläuling. Er ist zwar nicht häufig, aber keinesfalls gefährdet. Sein Besuch im Hochsommer galt dem Dost, der als Schmetterlingspflanze ein Volltreffer ist. Er ist ein eher scheuer Schmetterling und ein unermüdlicher Flatterer. Annäherungen mag er nicht. Der hier aber war etwas dösig in der heißen Mittagssonne und so konnte ich ihn mit entfalteten Flügeln fotografieren. Wie immer faltete er seine Flügel aber nicht, so dass ich ihn leider nicht von der Unterseite fotografieren konnte. Ihre Raupen mögen die Symbiose mit Ameisen, die sie mit einem süßen Sekret locken, dafür beschützen die Ameisen die Raupen vor Fressfeinden. Win-Win für die Ameise und den Schmetterling des Jahres 2015.

Der Große Perlmuttfalter

„Grundsätzlich sehen sich alle Perlmuttfalterarten mehr oder weniger ähnlich“, so steht es auf der Fachseite von Lepiforum.org. Mir als Laien fällt die orangebraune Färbung der Flügeloberseiten auf, darauf schwarze Flecken. Und plötzlich ist die Welt voller Kaisermantel. Das stellt sich dann als Fehler heraus, am Ende ist es der Große Perlmuttfalter (Speyeria aglaja), der hier im Garten in größerer Zahl zuverlässig vorbeischaut und den Klee ebenso wenig verschmäht wie den Dost oder auch den Sommerflieder.

Der Große Perlmuttfalter ist für mich die geflügelte Unbeschwertheit, seine Flatterei unterbricht er immer wieder gern, wenn ein Artgenosse vorbeiflirrt. Dann geht es auf einen Tanz, zu dem dann manches Mal auch ein Dritter dazustößt. Genau so schnell ist das Treiben wieder vorbei und das Nektarsaugen wird wieder aufgenommen. Dabei bleibt er lang genug auf einer Blüte sitzen, um in aller Ruhe fotografiert zu werden. Oft wandert er auf der Blüte herum und öffnet dabei auch seine Flügel, so dass verschiedenste Aufnahmen seiner Flügel gelingen.

In der griechischen Mythologie ist Aglaia die Göttin der Anmut, eine der drei Grazien.

Das Große Ochsenauge

Unter den Edelfaltern gehört es zu den Augenfaltern. Weil ein oder mehrere Flecken auf ihren Flügeln prangen, die einem oder mehreren Augen ähnlich sehen. Das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) hat eines auf der Flügeloberseite, mit einem weißen Kern. Allerdings ist es beim Großen wie beim Kleinen Ochsenauge kompliziert: Die Arten weisen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus auf. Das bedeutet nichts Schlimmes, nur das die weiblichen Vertreterinnen anders aussehen als die männlichen. Für einen Laien ein Grund, vorsichtig bei der Bestimmung der Art zu sein und möglichst immer Unter- und Oberseite der Flügel zu fotografieren. Klappt aber nicht immer.

Ein gutes Erkennungszeichen des Großen Ochsenauges ist die breite graue „Binde“ über den gesamten Flügel, wie sie auf dem Bild oben gut zu sehen ist.

Ich tippe, dass 2022 das Große Ochsenauge zu den häufigsten Schmetterlingen gehörte, nicht nur im Garten, auch an den Waldrändern hier auf der Ostalb. Das Ochsenauge ist auch nicht sehr nahrungsspezifisch, es labt sich an vielen blühenden Pflanzen zwischen Mai und September.

Das Landkärtchen

Wer ein wenig in den Artikeln gelesen hat, dem fällt mein Gejammer auf, was die richtige Erkennung der Arten angeht. Die Unterschiede zwischen den Arten sind oft sehr gering und nicht auf jedem Foto zu erkennen. Das Landkärtchen (Araschnia levana) fügt diesen Problemen noch ein weiteres hinzu: Den Saisondimorphismus. Schmetterlinge der Frühjahrsgeneration unterscheiden sich deutlich von denen der Sommergeneration. So deutlich, dass man lange von zwei unterschiedlichen Arten ausging.

Das Landkärtchen, das sich im Juli in den Garten verirrt hatte (es blieb die einzige Sichtung), stammt wohl aus der Sommergeneration. Die Bänder aus weißen Flecken und der äußere orange Rand machen es unverwechselbar. Es liebt feuchtere Wälder und Waldränder und benötigt für seine Raupen frische Brennnesseln.

„Araschnia“ im lateinischen Namen ist eine falsche Schreibweise von „Arachnia“ – der Bezug auf die Spinne ist eine andere Deutung der netzartigen Zeichnung auf der Unterseite der Flügel.

Der Kleine Fuchs

Dost und Distel gehören zu beliebten Nahrungspflanzen des Kleinen Fuchses, aber auch z.B. Lavendel und dazu hat er überaus viele fremdländische Pflanzen auf seinem Speisezettel. Ein Falter also, der nicht spezialisiert ist. In Wikipedia steht, dass allein für Baden-Württemberg 200 Nektarpflanzen für den Edelfalter nachgewiesen sind.

Der Kleine Fuchs überwintert an geschützten Stellen, gern unter dem Dachtrauf, in Schuppen oder ähnlich geschützten Lagen. Bei Sonne kann er schon im Februar mal tageweise unterwegs sein. Die Raupen benötigen das frische Grün der Brennnessel, das Laub ist ihnen nach der Blüte nicht mehr nahrhaft genug.

Hier im Garten ist er eher seltener zu sehen, am Lavendel, der frisch gesetzt in diesem Jahr noch wenig geblüht hat oder am Dost.

Der lat. Name bezieht sich einmal auf eine der drei Grazien der griechischen Sage (Aglais, Aglaia) und zum anderen auf die Brennnessel als beliebter Nahrungspflanze der Raupe (urtica).

Der Kaisermantel

Der Kaisermantel ist stattlich groß, unter den Perlmutterfaltern ist er mit 55 bis 65 mm der Größte. Er ist ein wenig schwierig vom Großen Perlmuttfalter zu unterscheiden, der auch schon Gartengast war. Bei der Bestimmung haben mit die Experten von naturgucker.de geholfen. Vom Kaisermantel (Argynnis paphia) gibt es im Jahr nur eine Generation, die man zwischen Juni und August finden kann; ihre bevorzugten Nahrungspflanzen sind Disteln, Brombeerblüten und Waldengelwurz. Unser Gast, Schmetterling des Jahres 2022, nimmt auch mit einer Dostblüte vorlieb.

Paphia, ein Teil des wissenschaftlichen Namens des Kaisermantel, ist ein Beiname der Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe und Schönheit.

Der C-Falter

Im Garten haben wir als eine erste Maßnahme drei Stachelbeeren gepflanzt. Die stehen auf der Wiese, etwas allein und ohne Anbindung, aber es geht ausnahmsweise mal nur um den Ertrag. Nachdem die Sträucher den Winter überstanden hatten, zeigten sich an einem der drei Blüten. Bei näherer Untersuchung stieß ich auf die Raupe des C-Falters (Polygonia c-album). Der Falter mag die Blüten und legt an Stachel- und Johannisbeeren gern seine Eier ab. Den ausgewachsenen Edelfalter selbst habe ich Garten nicht entdecken können. Bisher. Die Raupe durfte bleiben, wir haben im Sommer immer noch stolze 20-30 Stachelbeeren geerntet. Das C im Namen des Falters rührt von einer weißen Zeichnung auf dem Flügel, die an den Buchstaben erinnert.